Nimmt zum ersten Mal frohgemut an einem Triathlon teil und weiß glücklicherweise nicht, was auf ihn zukommt. Hat sich gut vorbereitet und ist geschwommen, Rad gefahren und gelaufen - nur leider nie alles gleich hintereinander.
Badekappe
Muss beim Triathlon von jedem getragen werden. Männer und männliche Jugendliche bevorzugen dabei die Farben Rosa und Pink, was von erfahrenen Veranstaltern gerne berücksichtigt wird. Dienen der besseren Auffindbarkeit verspäteter Schwimmer im Freiwasser.
Bahnenzähler
Einfacher Hilfsjob für Eltern und andere Helfer. Ausgestattet mit Trillerpfeife, Nummerntafel, Stangen oder ähnlichem Gerät versuchen sie die Schwimmer auf das nahende Ende der Schwimmstrecke aufmerksam zu machen. Entwickelt ungeahnte Komplikationen wenn Schwimmer nicht reagieren und 2 Bahnen zu viel schwimmen. Rechtzeitiger Rückzug aus dem Bad vor Ende des Wettkampfs wird empfohlen.
Bestzeit
Nie wieder erreichte, nichtsdestotrotz immer wieder angestrebte Zeit, in der ein Triathlon absolviert werden kann. Bestzeiten sind immer aktuell; auch wenn inzwischen 40 Jahre vergangen sind. Ihre Entstehung verdanken sie meist einer Vielzahl von Faktoren - der Einfluss des ?Tria-Latein konnte bis heute nicht abschließend geklärt werden.
Doping
Unfair, gesundheitsschädlich und verboten. Hinweis an Eltern: Cola, Currywurst und Pommes fallen nicht unter die Anti-Doping-Regeln und sollten nach dem Wettkampf in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt werden.
Duathlon
Triathlon für Nichtschwimmer.
Eltern
Trifft man in der Saison sonntags um 6 Uhr morgens auf der Autobahn. Fahren ohne zu murren 30.000 Kilometer im Jahr, um den Nachwuchs zu Training und Veranstaltungen zu bringen. Kommen in der Regel ohne Navi aus, da sie alle Stadien, Sportplätze und Schwimmbäder in Ba-Wü kennen, sind aber hilflos, wenn sie jemanden besuchen wollen, der die Strecke nicht mit Hilfe dieser Fixpunkte beschreiben kann. Werden gerne als Helfer bei Triathlon-Veranstaltungen eingesetzt oder als Kampfrichter gedungen.
Finisher
Hat geschafft, was er auf der Strecke schon nicht mehr zu hoffen wagte: Er ist durchs Ziel gelaufen. Irgendwie. Dafür gibt´s jetzt ein lecker Mineralwasser über den Kopf und ein tolles Finisher-T-Shirt.
Finisher-Shirt
T-Shirt von höchst zweifelhafter Qualität, das von Anfängern die ersten drei Tage nach dem Wettkampf rund um die Uhr getragen und bei allen sportlichen Aktivitäten zur Schau gestellt wird. Bei Profis sind Exemplare ohne große Aufdrucke besonders beliebt, da dann zum Radputzen tauglich.
Freistil
Schwimmstil der Triathleten. Alles ist erlaubt: von Hundekraul bis zum weltmeisterlichen Stil. Auch Brustschwimmen ist erlaubt. Es wird jedoch gebeten, die Schwimmstrecke vor Einbruch der Dunkelheit zu beenden.
Freiwasser
Königsdisziplin beim Schwimmen. Wird zuweilen auch im Neo ausgeübt. Nichts für Kurzsichtige oder Personen mit Orientierungsproblemen. Ein Schwimmer des diesjährigen Ironman auf Hawaii gilt noch immer als verschollen; neueren Zeitungsberichten zufolge wurde er in Höhe von Acapulco gesichtet.
Helfer
Unerlässlich für den Verein und zur Organisation und Durchführung einer Veranstaltung. Bauen auf und ab und sind am Wettkampftag von 6 bis 24 Uhr einsatzbereit. Arbeiten ehrenamtlich und haben daher kein Streikrecht. Bringen gerne Kuchen mit, den sie noch schnell gegen 3 Uhr nachts gebacken haben, damit er zugunsten der Vereinskasse verkauft werden kann. Rekrutieren sich meist aus Eltern und Angehörigen der Athleten.
Ironman
Es gibt nur einen - den auf Hawaii. Alles andere ist gerade noch als lockere Vorbereitung zu werten. Wo sonst kann man mit Haien in Wellen um die Wette schwimmen, die manch hart gesottenem Skipper den Angstschweiß auf die Stirn treiben, bei 60 Grad durch die Wüste radeln, um anschließend noch erfrischende 42 Kilometer Laufstrecke in Angriff zu nehmen?
Kampfrichter
Äußerst lästige Personen, die Bestzeiten durch Zeitstrafen verhindern. Triathleten fahren nicht verbotenerweise im Windschatten; Kampfrichter sehen nur leider zu selten, dass der Vordermann völlig unvermittelt gebremst hat. Glücklicherweise meist schon von weitem an ihrer Kleidung zu erkennen.
Karbonrad
Traum aller (männlichen) Triathleten. Sollte von Freizeitsportlern gemieden werden. Je nach Platzierung kann es dann heißen: "Den hab ich trotz seines Angeber-Teils voll verheizt." oder "Kein Wunder, wenn ich nicht mit so ´ner Nuckelpinne unterwegs wäre, hätt´ ich den noch locker gekriegt."
Klickpedale
Werden von Profis bevorzugt und üben deshalb eine seltsame Faszination auf alle Anfänger aus, was bei Stopps unter den Zuschauern immer wieder für Erheiterung sorgt. Durch die Arretierung aufs innigste mit seinem Rad verbunden, kippt der Fahrer sachte auf die Seite und endet in einem Gewirr von Armen, Beinen, Rad und Schuhen, aus dem er sich unter dem Grinsen der Zuschauenden erst einmal befreien muss.
Laufen
Kann doch jeder - solange es nicht bergauf geht, nicht zu kalt, zu sonnig, zu schwül ist, nicht regnet, die Schuhe nicht drücken und kein Wettkampf ansteht.
Massenstart
Start beim Triathlon. Alle stürzen gleichzeitig ins Wasser oder starten vom Beckenrand. Erfahrungen im Wasserball sind von Vorteil, wenn einem jemand das Recht auf einen vorderen Platz streitig machen will.
MTB
Rad für den Winter. Sollte nie zu sauber sein, um den sportlichen Anspruch zu demonstrieren. Wird auf Single-Trails eingesetzt.
Neckarsulm
Sagenumwobener Hort fantastischer Triathleten zwischen Neckar und Sulm. Angeblich schwimmen die Kinder hier schon Bestzeiten, bevor sie laufen können.
Neo
Wurstpellenartiger Ganzkörperanzug aus schwarzem, elastischen Gummimaterial. (Glücklicherweise sind die meisten Triathleten schlank.) Führt in der Wechselzone teils zu unschönen Flüchen. Soll beim Freiwasserschwimmen wärmen. Nur für Weicheier - echte Kerle bahnen sich ihren Weg durch Eisschollen auch ohne solchen Schnickschnack.
Radfahren
Gehört zum Triathlon und findet auf einem Rennrad statt. Jeder der gedacht hat, er könne es, wird beim ersten Aufsitzen auf ein Rennrad eines besseren belehrt. Der Allerwerteste ist der höchste Teil des Fahrers, die Nase streift das Vorderrad, gelenkt wird in Hüftnähe und die Füße sind in Klickpedalen fixiert, was an Ampeln schon zu manch seltsamer Szene geführt hat.
Rennrad
Unbequemes, ergonomisch wenig sinnvolles Fortbewegungsmittel der Triathleten. Dafür aber windschnittig, solange die Nase nicht über Vorderradhöhe gehoben wird.
Schwimmen
Muss man nicht unbedingt können. Erstens gibt es auch Duathlon und zweitens ist bei Freistil alles erlaubt. Hauptsache über Wasser bleiben. Außerdem gibt kraftsparendes Brustschwimmen den nötigen Schwung für die Radstrecke.
Seemannsgarn
Fantasielose Geschichten von Seebären und solchen, die sich dafür halten über harmlose Schiffsreisen. Wirklich spannende Geschichten beginnen mit: "Beim Ironman auf Hawaii, 50 Grad im Schatten, aber es gab keinen, und alle fielen um wie die Fliegen…"
Siegerehrung
Lohn für alle Anstrengungen: einmal vor allen auf dem Treppchen stehen. Medaillen, Urkunden und Sponsorengeschenke werden freigiebig verteilt. Findet für morgens startende Kinder-Wettkämpfe bevorzugt abends statt, damit die anwesenden Eltern ausgiebig in den Genuss der vom ausrichtenden Verein feilgebotenen Backwaren kommen.
Single-Trails
Für Spaziergänger kaum zu erkennende Waldwege für MTBs. Werden gerne mit Wildschweinpfaden oder Suhlen verwechselt. Sollten durch möglichst unwegsames und steiles Gelände führen. Nur befahrbar, wenn es vorher einige Tage geregnet hat.
Sportlernahrung
Alles was Kindern und Jugendlichen nicht schmeckt. Entgegen vielfach vertretener Meinung ist Mäckes kein Hersteller von Sportlernahrung.
Staffelwettkampf
Jeder muss nur eine Disziplin können. Für gute Triathleten natürlich nichts - wenn die anderen beiden genauso gut wären, wäre die Zeit einfach sensationell gewesen.
Starter Geschenk
Mehr oder minder sinnvolles Geschenk des ausrichtenden Vereins oder seiner Sponsoren an die Starter. Besonders beliebt: Startnummernbänder und andere Ausrüstungsgegenstände, die die in der Wechselzone verloren gegangenen ersetzen.
Startnummer
Wird am Startnummernband getragen. Stört beim Schwimmen und wird deshalb zusätzlich mit wasserfestem Stift auf den Oberarm tätowiert, was manchmal zu Verwirrung führt, wenn Wettkämpfe zu dicht aufeinander folgen. Modebewusste Damen tragen ihre Startnummern gerne hüfttief.
Swim and Run
Triathlon für ängstliche Naturen - das gefährliche Radfahren entfällt.
Team-Wettkampf
Vier treten an - drei müssen ankommen - der letzte von diesen Dreien zählt. Während der Dritte angefeuert und fast zum Ziel getragen wird, lässt man den Vierten alsbald hinter sich. Je nach Temperament quält er sich (eigene Bestzeit!), bis zum Ziel oder geht nach der Hälfte gemütlich Kaffee trinken.
Transponder
Winziger Chip zur Zeiterfassung, meist mittels Klettband am Arm befestigt. Wir gerne im Freiwasser verloren. Dafür haftet das Klettband umso besser an den Triathlon-Anzügen.
Tria-Latein
Wahre Erzählungen von kühnen Recken, mutigen Edelfrauen und ihren ruhmreichen Taten, die nach heldenhafter Verteidigung von Ehre und Bestzeit Urkunden schwenkend und mit Medaillen bedeckt wieder in ihren Verein zurückkehren. Auch nach Jahren noch beeindrucken die Erzähler durch immer neuen Detailreichtum.
Triathlon
Ausdauersportart für alle, die schon immer feststellen wollten, dass schwimmen, Rad fahren und laufen eigentlich jeder kann, dass es in Kombination aber sauschwer ist. Wurde entgegen der Legende nicht von unseren östlichen Nachbarn erfunden (zu Fuß zum Schwimmbad, mit dem Rad zurück). Macht süchtig und infiziert oft ganze Familien.
Verpflegungsstelle
Ort der Erfrischung für ermattete Triathleten. Auf der Strecke und im Zielbereich anzutreffen. Hier werden Getränke und Obsthäppchen gereicht. Triathleten mit Erfahrung beeindrucken durch ein lässiges "Gibt´s hier keine Schwämme?", während Amateure die Helfer schon mal durch die Frage "Wie denn - kein Bier?!" verblüffen.
Wechsel
Vierte Disziplin. Hier werden die entscheidenden Sekunden für den Sieg gut gemacht. Merke: Echte Triathleten legen nur wenig Wert auf trockene Unterwäsche.
Wechselzone
Der Ort, der einem Jugendzimmer am nächsten kommt: überall herumfliegende Klamotten und kein Platz zum Treten. Wettkampffieber wird hier am deutlichsten. Wie wäre es sonst zu erklären, dass trotz nummerierter Plätze immer wieder Athleten in den falschen Schuhen auf die Laufstrecke gehen und von Helfern mühsam wieder eingefangen werden müssen?
Windschattenfahren
Besonders beliebt bei Gegenwind. Man hängt sich an das Hinterrad eines Konkurrenten, lässt ihn Tempo machen und segelt in seinem Windschatten hinterher. Einen Kilometer vor dem Ende der Radstrecke zieht man lässig an ihm vorbei und bemerkt freundlich: "Easy Radstrecke - ich freue mich schon richtig aufs Laufen!" Für eine Antwort wird ihm die Luft fehlen.
Zeitstrafe
Wird vom Kampfrichter, natürlich völlig zu Unrecht; verhängt. Bestzeitenkiller.
Ziel
Egal wie der Finisher über die Zielllinie gewankt ist. Hier werden Legenden geboren und nehmen die Sagas der Helden ihren Anfang. Alle Mühsal und Qual ist vergessen. Jeder fällt jedem in die Arme und es stören weder Schweiß noch dass es der Vollidiot ist, der einen auf der Radstrecke so saublöd geschnitten hat.